Risikofaktoren bei Bluthochdruck

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist eine weit verbreitete Erkrankung und betrifft laut Schätzungen fast ein Viertel aller Erwachsenen in Österreich, PatientInnen über 50 Jahren sind noch weitaus öfter betroffen. Die Bedeutung von hohem Blutdruck liegt v.a. darin, dass er als Auslöser für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Vorhofflimmern oder Schlaganfall gilt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Patient Bluthochdruck, wenn der obere sog. “systolische” Blutdruck über 140 mmHg und/oder der untere sogenannte “diastolische” Blutdruck über 90 mmHg liegt. Um sicherzustellen, dass der Blutdruck nicht dauerhaft zu hoch ist, wird derzeit 135/85 mmHg als Grenzwert angenommen. Neue Studienergebnisse deuten aber darauf hin, dass ein noch niedrigerer Blutdruck günstig für die Vermeidung von den oben bereits erwähnten Folgeerkrankungen ist.

Wie kann ich hohen Blutdruck bei mir feststellen?

Der Blutdruck ist keine stabile Größe und schwankt – abhängig vom Aktivitätslevel und anderen Faktoren – im Laufe des Tages. Wenn man die Stiegen hinaufgeht oder sich über etwas ärgert, dann steigt der Blutdruck, das ist also normal. Sind die Blutdruckwerte jedoch wiederholt auch in Ruhe über 135 mmHg und/oder über 85 mmHg, dann leidet der Patient an Bluthochdruck. Um dies genau zu ermitteln, ist es am besten wenn man 2x täglich (einmal morgens und einmal abends) den Blutdruck in einer sitzenden Ruheposition mit ausgestrecktem Arm misst. Dabei ist ein Oberarm-Messer einem Handgelenks-Messer aufgrund der höheren Genauigkeit vorzuziehen. Nach insgesamt 30 Messungen (also nach 15 Tagen), hat man eine ausreichende Datenmenge gesammelt um aussagekräftige Durchschnittswerte ermitteln zu können. Weiters kann eine 24-Stunden-Blutdruckmessungen sinnvoll sein.

Welche Ursachen gibt es für Bluthochdruck?

Hoher Blutdruck kann auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen sein: auf Bewegungsmangel, chronischen Stress, zu viel Salzkonsum, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen, oder auf familiäres Risiko. Außerdem muss eine Fehlfunktion von Nieren oder Schilddrüse unbedingt ausgeschlossen werden, da diese Ursachen anders zu behandeln sind. All diese Faktoren führen über ein komplexes System dazu, dass sich die Arterien – also die Gefäße, die das Blut vom Herzen zu den anderen Organen transportieren – verengen. Das Herz muss gegen verengte Arterien (mehr Widerstand) pumpen: der Blutdruck steigt. Medikamente zielen darauf ab, diese Gefäßengstellungen wieder zu erweitern. Dies gelingt aber nur für 12 bis 24 Stunden. Dann würden sich die Gefäße erneut verengen. Daher ist eine regelmäßige Tabletteneinnahme entscheidend. Die eigentliche Ursache wird durch die Medikamente leider nicht behoben.

Weitere sinnvolle Untersuchungen für eine exakte Diagnosestellung bei Bluthochdruck sind Herzultraschall, Carotis-Duplex, EKG, Ergometrie und Laboruntersuchungen.

Wie macht sich hoher Blutdruck bemerkbar, welche Beschwerden können auftreten?

Das Gefährliche an Bluthochdruck ist, dass die Erkrankung bei einigen Patienten über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleibt und keine Beschwerden verursacht. Einige Patienten beschreiben allerdings Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit, Druckgefühl auf der Brust, Wattegefühl oder Dröhnen im Kopf, Nervosität, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, aber auch Erektionsstörungen. Weiters sind auch immer mehr jüngere Patienten von Bluthochdruck betroffen. Je länger der hohe Blutdruck unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko für eine Schädigung von Herz, Gefäßen, Gehirn, Nieren, Augen und anderen Organen, letztlich auch für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Für die Behandlung von hohem Blutdruck stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung. Um den Bluthochdruck dauerhaft zu senken und so das Risiko für weitere Erkrankungen zu reduzieren, ist, zusätzlich zur medikamentösen Therapie meistens auch eine Lebensstiländerung seitens des Patienten erforderlich. Die genaue Therapie ist von Patient zu Patient unterschiedlich und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Lebensgewohnheiten. Leider ist in den meisten Fällen eine Dauerbehandlung, also lebenslang, notwendig.

Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung; gemeinsam im Expertenteam versuchen wir in der Co-Ordination herauszufinden, welche Lebensstiländerungen realistisch und für betroffene Patienten gut umsetzbar sind.

Wie lange muss ich die Medikamente einnehmen?

In den allermeisten Fällen ist es leider notwendig, dass Sie die Tabletten lebenslang und vor allem regelmäßig einnehmen. Das ist dadurch zu erklären, dass die Medikamente wie beschrieben nicht die Ursache beseitigen, sondern nur vorübergehend die zugrundeliegende Gefäßverengung aufheben – für 12 bis 24 Stunden. Manchmal gelingt es aber tatsächlich, eine bedeutende Ursache zu überwinden (z.B. durch Beendigung von starkem Stress oder durch eine sehr deutliche Gewichtsreduktion bei Übergewicht), sodass die Medikamente danach abgesetzt oder zumindest reduziert werden können.

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